Staatliche Realschule Feucht

Autorenlesung mit Jochen Till und Linus König

Lesung

Der erste Schultag nach den Pfingstferien, die erste und zweite Stunde – eine Dichterlesung für die 8. Klassen. Die Begeisterung der Schüler/innen hält sich zunächst in Grenzen, aber Jochen Till trifft die Sprache, die Themen und die Probleme der Jugendlichen. Schnell schafft
er es, ihnen ein Lächeln zu entlocken. Immer wieder würzt er seinen Vortrag mit eigenen Erfahrungen, die von den heutigen Jugendlichen gut nachvollzogen werden können. Schon allein, dass er keine einfache Schulkarriere und ein sehr langes Studium hinter sich gebracht hat, lässt die Zuhörer aufhorchen.

Vorlesen könne er nicht, beginnt Jochen Till seine Lesung, deswegen habe er Linus König, einen Schauspieler, einen professionellen Vorleser, mitgebracht. Jochen Till führt kurzweilig durch seine Bücher, die immer auch ein Stückchen seiner eigenen Biografie enthalten. Er erzählt, dass
er eigentlich Rockstar werden wollte.
 „Ich schreibe heute nur deshalb Bücher, weil ich damals eine Freundin gehabt habe, die sehr auf Schriftsteller stand“, sagt er. Also habe er angefangen, sein erstes Buch zu schreiben, „Der Junge Sonnenschein“. So führt er durch sein Werk und hat zu jedem seiner Bücher eine kleine Anekdote mit viel Humor und Witz parat. Und Linus König liest die entsprechenden Szenen vom Feinsten. Er lässt die Personen lebendig werden, wechselt vom Dialekt in die Hochsprache, in die Jugendsprache, ins Englische und auch Japaner werden imitiert. Selbst der coolste Schüler muss grinsen.
Jochen Till erreicht das selbst gesteckte Ziel, die schwierigste Zielgruppe, die 13 bis 15 jährigen Jungs zum Lesen zu bringen. In seinen Jugendbüchern geht es immer um das erste Mal: die erste Liebe, den ersten Alkohol, die erste Wohngemeinschaft. Seine Themen treffen den Zeitgeist.  Die Sprache ist lebendig und aus dem Alltag der Jugendlichen gegriffen. Sein Jargon spricht an, seine Bücher sind unterhaltsam, aber auch lehrreich. Deswegen sind Jochen Till noch viele junge Leser zu wünschen.

Edeltraud Bächmann