Staatliche Realschule Feucht

Max Mannheimer – „der weiße Rabe“ – in der Realschule Feucht

Mit seinen eigenen Worten, er komme nicht als Ankläger oder Richter, sondern er komme als Zeitzeuge, stellte Schulleiter A. Balzer Max Mannheimer den Schülerinnen und Schülern der 10d und 10e vor. Einen Zeitzeugen, der nicht mit dem erhobenen  Finger berichtet, nein, hier nimmt ein Mensch seine Zuhörer auf eine Reise durch sein Leben mit, das mit glücklichen Jahren, aber auch mit unerträglichen Leiden gesegnet ist.

Gebannt und konzentriert folgen die Schüler den Erzählungen aus der Jugend Mannheimers, die Zeiten der Gefangenschaft in den Konzentrationslagern führen zu atemloser, ergriffener und betroffener Stille. Aufgelockert wird die Beklommenheit durch locker eingeflochtene Fragen zur Geschichte, humorvoll mit unterschiedlichen Punkten versehen oder durch direktes Ansprechen der Schüler in mehreren Sprachen. Die nachfolgende Fragenrunde wurde auch eifrig genutzt. Was er zuerst nach der Befreiung gegessen habe, ob er an seine Freilassung geglaubt habe, wie er später mit seinen Erlebnissen umgegangen sei, ob er den Nationalsozialismus hasse und vieles andere mehr.

Max Mannheimer
Sehr amüsiert haben sich alle Anwesende über die persönlichen „Liebesgeschichten“von Max Mannheimer. Die 120 Minuten verflogen im Nu, im Gedächtnis wird allerdings sein Credo bleiben, als er auf die Frage antwortet, was er im Leben brauche, zwei Punkte, die Freiheit und Humanität. Eindrucksvoll sein Schlusswort, wenn alle Menschen nur eins der zehn Gebote einhalten würden, „liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, dann wäre das das Ende aller Gewalt auf unserem Planeten.

Keine Anklage, kein Richterspruch, kein erhobener Zeigefinger, der „weiße Rabe“ hat uns beeindruckt.